
Mein Onkel wurde am 21. Januar 1930 in Mülheim/Ruhr geboren. In den Jahren 1950 bis 1955 studierte er an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen zunächst Maschinenwesen, dann Allgemeine Elektrotechnik. Nach Abschluß seines Studiums war er im Ruhrgebiet auf dem Sektor Energieversorgung tätig.
Im Jahre 1968 wechselte er nach Karlsruhe zu der mit der Technischen Universität verbundenen Forschungsstelle für Energiewirtschaft. 1973 ging er zur Landesbauabteilung der Oberfinanzdirektion Karlsruhe, wo er sich hauptsächlich mit Grundsatzfragen der technischen Gebäudeausrüstung und insbesondere mit Verfahren der Wärmerückgewinnung befaßte.
Seit der Übersiedlung nach Karlsruhe im Jahre 1968 lernte Herbert Jüttemann auf vielen Wanderungen den Schwarzwald kennen und begeisterte sich in zunehmendem Maße für volkskundliche Fragestellungen und hier insbesondere für die technische Seite der Entwicklung von Wassermühlen und Bauernsägen sowie Schwarzwalduhren. Weitere Interessengebiete sind Phonogeräte und mechanische Musikinstrumente.
Im Jahre 1982 wurde er an der Fakultät für Architektur der Technischen Universität Karlsruhe zum Dr.-Ing. promoviert. Das Thema seiner Dissertation lautete Wasserbetriebene Sägewerke im Schwarzwald vor 1850.
Mit Erreichen des Ruhestands wirkte er vor allem bei Restaurationen von alten Mühlen mit. An ihn ergingen viele Bitten um Hilfe bei der Instandsetzung dieser Einrichtungen. Herbert Jüttemann war Gründungsmitglied des Landesverbandes Baden-Würtemberg der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung e.V.. Ferner war er Gründungsmitglied und langjähriges Vorstandsmitglied der als Dachvereinigung geltenden Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung e.V..
Er starb am 16. April 2022 in Karlsruhe. Sein wissenschaftlicher Nachlass ist verteilt auf das Generallandesarchiv Baden-Württemberg, das Orgel-Archiv Waldkirch sowie die Sammlung Schwarzwald-Mühle Martinshof (Kinzigtal). Einige vergriffene Exemplare seiner Bücher sind noch bei mir vorhanden; bei Interesse gerne Kontakt aufnehmen.
Auszüge aus der ehemaligen Homepage meines Onkels finden Sie nachstehend:
Ehrenmitgliedschaften
Im Jahre 1997 ernannte ihn der Landesverband Baden-Württemberg der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung e.V. zu seinem Ehrenmitglied. Er blieb lange Zeit das einzige Ehrenmitglied des Verbandes. Im Jahre 2003 wählte ihn die Gesellschaft für Selbstspielende Musikinstrumente e.V. zu ihrem Ehrenmitglied.
Auszeichnungen und Preise
Im Jahre 1999 ehrte man ihn mit der Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg. In den USA zeichnete ihn die internationale Gesellschaft für mechanische Musikinstrumente „The Musical Box Society International“ im Jahre 2000 mit dem Q. David
Bowers Literary Award for Outstanding Literary Contributions to the Field of Automatic Music aus. Die „Deutsche Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung e.V.“ verlieh ihm im Jahre 2000 den Anneliese-Schücking-Preis. Im Jahre 2000 erhielt er von der „Gesellschaft der Freunde der Geschichte des Funkwesens“ für seine Monografie über das Tefifon (Schallbandspieler) den Förderpreis
des Jahres 2000. Im Jahre 2007 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz am Bande zugesprochen.